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Für die einen ein „Monster“, für die anderen einer der „ganz Großen“ - Milton Friedman polarisiert auch gut ein Jahr nach seinem Tod. Die Rolle als Reizfigur war dem Kämpfer für freie Märkte und begabten Selbstdarsteller wie auf den Leib geschrieben.
Warren Buffett gilt als Ikone der Geldanlage. Doch sein geistiger Vater ist nur Experten bekannt – Benjamin Graham. Eine biografische Spurensuche zwischen London, New York und Madeira.
Vor 70 Jahren trafen sich 26 Intellektuelle in Paris und „erfanden“ den Neoliberalismus. Einer von ihnen war Friedrich August von Hayek. Während seine Kritiker den Nobelpreisträger als Vordenker des Turbokapitalismus brandmarken, sehen seine Anhänger in ihm einen „rabiaten Rechtsstaatler“.
Nur wenige Denker prägten die Wirtschaft so wie John Maynard Keynes. Noch heute, 62 Jahre nach seinem Tod, polarisiert er. Denn soll der Staat tatsächlich eingreifen, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen?
Die Wirtschaft verläuft in langen Wellen, erkannte Nikolai Kondratjew bereits vor gut hundert Jahren. Der einzige Nachteil seiner Theorie – niemand weiß, wann so eine lange Welle ins Rollen kommt. Und ob nicht der sechste Kondratjew unmittelbar bevorsteht.
Der Ökonomie-Nobelpreis für Paul Krugman passt ins Krisenjahr 2008. Der Professor aus Princeton steht für eine praktisch orientierte Wissenschaft, die im Hier und Jetzt statt in abstrakten Modellen lebt, sich in politische Debatten einmischt und Antworten auf die aktuelle globale Wirtschaftskrise liefert.
Ölpreisrekord, Hungerrevolten, Klimakatastrophe – wieder einmal schlägt die Stunde von Thomas Malthus. Der englische Ökonom schrieb schon im 18. Jahrhundert von Grenzen des Wachstums. Mit seiner Skepsis gegenüber dem wirtschaftlichen Fortschritt blieb er ein Außenseiter in der Zunft, war aber politisch einflussreich.
Seine Werke gehören zu den wichtigsten prokapitalistischen Gegenentwürfen zu Karl Marx. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises attackierte zeitlebens Sozialismus und Staatsgläubigkeit. Die Schärfe seiner Argumentation bekamen dabei nicht nur seine Gegner zu spüren. Selbst Hayek, Friedman und Co. waren für ihn „ein Haufen Sozialisten“.
Markteffizienz, Inflation, Demografie - Paul A. Samuelson trug zu allem Maßgebliches bei. Zuletzt sorgte der US-Ökonom 2004 mit einer Variation der Freihandelstheorie für Wirbel. Seine wichtigste Leistung aber war eine andere: Der heute 93-Jährige verband vor Jahrzehnten die Neoklassik mit den Ideen von John Maynard Keynes.
Frauen, Pferde, Feindschaften – der Ökonom Joseph A. Schumpeter exerzierte wohl das, was man gemeinhin ein Leben auf der Überholspur nennt. Gleichzeitig litt der Vater der schöpferischen Zerstörung aber unter schweren Depressionen, die er unter anderem im Zwiegespräch mit seiner im Kindbett verstorbenen großen Liebe zu lindern versuchte.
Wenn jemand berufen ist, die aktuelle Finanzkrise zu erklären, dann ist es Robert Shiller. Er warnte frühzeitig vor dem drohenden Unheil. Einer der wichtigsten Gradmesser der Krise trägt seinen Namen. Und er entwickelte selbst neue Derivate, die im Lauf der Krise in Verruf gerieten. Sein Vorschlag: noch mehr Finanzinnovation.
Als Ikone der Liberalen ist Adam Smith unerreicht. Umstritten bleibt der Vater der Wirtschaftswissenschaften aber auch mehr als 200 Jahre nach seinem Tod. Sein eigenes Werk lässt viel Spielraum für Interpretation – trotz griffiger Bilder wie der „unsichtbaren Hand“ des Markts.
Er entwickelte das Konzept der Mikrokredite. Er gründete eine Bank, die Kredite ohne Sicherheit vergibt. Und er bekam den Nobelpreis. Muhammad Yunus ist kein Volkswirt wie jeder andere. Und in der Krise sind seine Gedanken aktuell wie nie.