In Wahrheit geht es bei den gegenwärtigen Reformprozessen um die Amerikanisierung der deutschen Hochschulen und um die Ersetzung des Deutschen durch das Englische als Hochschul- und Wissenschaftssprache.
Die Finanzkrise hat bewiesen, wie fahrlässig die fast schon neurotische deutsche Ablehnung jeder politischen Koordinierung im Euro-Raum ist. Eine stärkere Abstimmung würde die Euro-Zone krisenfester machen.
J. Bradford DeLong: Im Jahre 1829 entdeckte John Stuart Mill, wie man eine „allgemeine Überproduktion“ bekämpfen kann.
Robert Skidelsky: Deliberate steps to eliminate the „structural“ deficit should be postponed until the recovery is firmly entrenched.
Die meisten anderen OECD-Länder hatten einen geringeren Rückgang der realen Wirtschaftsleistung zu verzeichnen als Deutschland – aber sehr viel höhere Beschäftigungsverluste. Wie kommt dieses Wunder zustande?
Joseph Stiglitz: Die USA und Europa sollten nicht den Forderungen der Finanzmärkte nachgeben und ihre Staatsausgaben massiv kürzen. Sonst droht ein Rückfall in die Rezession.
Martin Wolf: Supply-side economics transformed Republicans from a minority party into a majority party. It allowed them to promise lower taxes, lower deficits and, in effect, unchanged spending. Who does not like a free lunch?
Das Volk muss gar nicht besonders schlau sein, um in Trübsinn zu verfallen. Denn je länger die Krise dauert, desto kräftiger muss umgesteuert werden, um sie zu überwinden.
Triumph oder böses Omen? Die Bundesrepublik begeisterte gestern am Kapitalmarkt Anleger für ihren neuen Ultra-Langläufer.
Was müssen Menschen, die bei hoher Arbeitslosigkeit eine schnelle Haushaltskonsolidierung fordern, über die Wirtschaft glauben, damit ihre Strategie verständlich wird?
Die Märkte versetzen Europas Regierungen in Aufruhr. Gerade in Krisenzeiten führen sie ein schwer nachvollziehbares Eigenleben. Deshalb muss sich die Politik ihnen widersetzen.
Die EU macht in der Schuldenkrise fast alles falsch. Doch noch gibt es ausreichend ökonomischen Spielraum, um umzusteuern.
Diverse Ökonomen warnen, dass Politiker weltweit den Ernst der Lage verkennen und in der Krise genau das Falsche tun. Sie befürchten, dass die USA und Europa wie Japan in eine Dauerrezession rutschen.
Wirklich gutes ökonomisches Denken muss viele Teileinsichten bieten, die auf unterschiedlichen analytischen Ansätzen basieren.
Der RWI-Vorschlag, die Restlaufzeiten für Atomkraftwerke zu versteigern, war im Grunde ein Geistesblitz. Die Politik gab ihm keine Chance, obwohl sie ihm inhaltlich viel abgewinnen kann. Das ist ärgerlich.
Warum sollen die Stromerzeuger profitieren, während die Gesellschaft die Risiken trägt? Ein Ausweg aus dem Dilemma könnte eine Versteigerung der Lizenzen bieten.
Während Hessens öffentlichen Universitäten sparen müssen, kann die private European Buisiness School (EBS) durch einen Zuschuss von 25 Millionen Euro jetzt die Juristenausbildung in Wiesbaden eröffnen.
Die dringend notwendige Reform des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts kann nur gelingen, wenn die Verengung auf die Staatsfinanzen durch einen neuen methodischen Ansatz abgelöst wird.
Etliche Banken sind so stark gewachsen, dass die Regierungen sie im Fall der Fälle nicht mehr auffangen können.
Die griechische Mythologie belebt nicht nur die Rhetorik. Mit Mythen befrachtet sind auch die Euro-Krise selbst und die zu ihrer Bekämpfung ergriffenen Maßnahmen.
Raghuram Rajan: „Amerika muss die Ungleichheit an der Wurzel packen, indem es mehr Amerikaner dazu befähigt, auf dem globalen Markt zu konkurrieren.“
Der Ökonom Rajan will den Kapitalismus vor den Kapitalisten retten. Die Finanzkrise hat er so gut verstanden wie kaum ein anderer.
Ökonomen haben die Effekte von Regeln und Institutionen vollkommen falsch eingeschätzt und die Politik systematisch schlecht beraten.
Joseph E. Stiglitz: Die Finanzwirtschaft soll den Interessen der übrigen Gesellschaft dienen, nicht andersherum. Die Zähmung der Finanzwirtschaft erfordert eine Mischung aus Steuern und Regulierung.
Die Politik vernimmt die Botschaft „mehr und schneller sparen“. Die Ratingagenturen stufen weiter herunter, weil dieses Sparen negative Auswirkungen auf das Wachstum haben könnte.
In einer dramatischen Kolumne zeichnet Paul Krugman ein düsteres Bild der näheren Zukunft. Jetzt pflichtet ihm Robert Shiller in einem Videointerview bei.
Die Umstellung auf eine Gesundheitsprämie wäre für den Fiskus deutlich billiger – 4,5 Milliarden Euro ließen sich sparen. Zudem sorgt eine Prämie für Preistransparenz und eine kostenbewusste Nachfrage seitens der Versicherten.
Paul Krugman: „Somehow it has become conventional wisdom that now is the time to slash spending, despite the fact that the world’s major economies remain deeply depressed.“
Wie trickreich darf Wirtschaftspolitik sein? Der Staat kann mit diskreter Lenkung die Bürger zu „besseren“ Entscheidungen bringen. Doch die Grenze zur Manipulation ist fließend.
Aus deutscher Sicht liegt die Ursache der europäischen Schuldenkrise in mangelnder Haushaltsdisziplin, aus spanischer Sicht sind die Spekulanten schuld. Beide Seiten irren.
Das EU-Rettungspaket hat Griechenland nicht helfen können. Nun wird es Zeit für eine geordnete Umschuldung – zumal es weniger Probleme geben würde als bei anderen Ländern.