Verhaltensökonomen haben Anomalien aufgedeckt hat, die vorher nicht beachtet wurden. Nun sind sie auf dem Weg von der Erkenntnis zur Politikberatung und zum Paternalismus.
Sebastian Dullien: „Deutsche Ökonomen halten erstaunlich beharrlich an alten Lehrmeinungen fest – zur Not muss die Politik endlich das Meinungskartell aufbrechen“.
Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen ist überzeugt, dass die südeuropäischen Länder mit Sparprogrammen allein nicht auf die Beine kommen. Europa habe im Kern vier Probleme.
Ein wichtiges Thema am WEF ist der Kampf gegen den Hunger. Wie in der Energiefrage stehen sich zwei unversöhnliche Lager gegenüber.
In Deutschland ist Moral wichtiger als Makroökonomie. Wir geißeln eine aktive Konjunkturpolitik lieber aus grundsätzlichen Erwägungen als unverantwortlich, statt uns damit zu beschäftigen, ob und unter welchen Umständen sie möglicherweise ein sinnvolles Instrument sein kann.
Den Euroländern wird eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild als Weg aus der Krise empfohlen. Dies wäre jedoch gefährlich für Konjunktur, Staatsfinanzen und Finanzmärkte.
Die Finanzmärkte wären besser informiert und würden sich weniger Sorgen machen, wenn die EZB die strukturellen Defizite bekanntgeben würde, die momentan abnehmen.
Die Wirtschaft steckt in einem Teufelskreis. Politiker misstrauen Unternehmen und beschließen Maßnahmen, die Wachstum behindern. Die Lösung liegt in einem Prinzip namens Shared Value, das Unternehmen neuen Sinn und neue Wachstumschancen verleiht (Hörbuch).
Wenn wissenschaftliche Experten sich räuspern, dann tun sie das nicht immer unabhängig. Auch bei Ökonomen ist so manche Aussage gekauft. In den USA wurden nun erstmals Ethikrichtlinien für Volkswirte beschlossen.
Unter der Annahme, dass die Staatsschuldenkrise in der Eurozone durch adäquate Entscheidungen der Politik im Zaum gehalten werden kann, gehen wir davon aus, dass die Eurozone eine milde (und relativ kurze) Rezession durchlaufen wird.